Donnerstag, 24. Juli 2008 16. Donnerstag im JahreskreisChristophorus, Siglind, Christine
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glaubenslust – Der Tag


An Tagen wie diesen

An manchen Tagen möchte man einfach schweigen. Jedes Wort scheint zu viel, jeder Satz unpassend. So ein Tag ist auch heute. Ein Tag, an dem Zehntausende in China unter Trümmern begraben sind, Eltern um ihre Kinder weinen und Helfer völlig verzweifelt in den Ruinen nach Überlebenden suchen. Ein Tag, der den ersten Ruhrkranken in Birma bringt und die Angst vor einer Seuche und Millionen von Toten. Ein Tag schließlich, der uns anhand der Konflikte im Libanon und Sudan wieder einmal die Endlosschleife von Gewalt in Erinnerung ruft und die Hoffnung auf Frieden niederknüppelt. Was soll man angesichts solchen Elends noch sagen?

Die Gruppe Fettes Brot hat einmal ein Lied geschrieben: In „An Tagen Wie Diesen“ singt die Hip-Hop-Combo über die „schadenfrohe Sonne“ und einen „bestialischen Anschlag“, von „allerbesten Brötchen“ und „dreckigem Wasser“. Sie versuchen so die Absurdität von Gewalt und heiler Welt in Worte zu fassen – natürlich gelingt das nur bedingt.

Sicherlich gibt es heute genug interessante Nachrichten. Zum Beispiel die Bekräftigung von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, verfolgte Christen aus dem Irak aufzunehmen. Oder auch diese Meldung: Kurienkardinal Renato Raffaele Martino hat sich gegen die neue italienische Regierung gewandt und deren Pläne zu einem härteren Vorgehen gegen illegale Einwanderer scharf kritisiert. Der Kardinal erinnerte an die Bedeutung der Einwanderer und fragte angesichts der Pläne nach der Vereinbarkeit mit den Menschrechten – ohne Frage ein bemerkenswerter Vorstoß. Doch nicht einmal die Tatsache, dass die „Times“ nun von einem ersten genetisch veränderten Baby berichtet, erscheint heute wirklich wichtig. Und angesichts des Leides in China, Birma oder Sudan über banale Dinge zu sprechen, fällt ungleich schwerer. Ein Umstand, den wir nun an dieser Stelle beherzigen wollen. Und einfach schweigen.

Simon Biallowons

Kinder in unserer Mitte

Text des Tages, Hans Urs von Balthasar:

Wir warten unser Leben lang auf den außergewöhnlichen Menschen, statt die gewöhnlichen um uns her in solche zu verwandeln.